An den Ausläufern des Erzgebirges im Erzgebirgsbecken liegt in nordöstlicher Richtung die Sächsische Stadt Chemnitz. Zu Zeiten der DDR trug sie von 1953 bis 1990 den Namen Karl-Marx-Stadt und war in jenen Jahren auch Hauptstadt und politisches Zentrum des gleichnamigen Bezirkes. Nach der Wende entschieden die Bürger der Stadt, den vormaligen Namen Chemnitz wieder anzunehmen. Nach Leipzig und Dresden ist sie mit knapp einer Viertel Million Einwohner die drittgrößte Stadt des Freistaates Sachsen. Chemnitz ist eine kreisfreie Stadt und die gleichnamige Landesdirektion ist hier ansässig.
Das Erzgebirgsbecken, in dem die Stadt liegt, ist im Süden von den Ausläufern des Erzgebirges umgeben und im Norden vom Mittelsächsischen Bergland. Durch die Stadt verläuft der Fluss Chemnitz (abgeleitet aus dem Slawischen mit der Bedeutung “Steinbach“) der ihr auch seinen Namen gab. Große Parkanlagen und ausgedehnte Grünflächen kennzeichnen die Stadt Chemnitz. Im Stadtgebiet gibt es sogar zwei Naturschutzgebiete und einige Landschaftsschutzgebiete. Chemnitz liegt in einer kühl-gemäßigten klimatischen Zone und weist ein vollhumides Klima auf. Wegen seiner Lage im Stau des Erzgebirges werden im Mittel eines Jahres relativ hohe Niederschlagsmengen gemessen.
Anfang des 19. Jahrhunderts hatte sich Chemnitz bereits zu einem bedeutenden Industriestandort entwickelt und baute diese Stellung in den darauf folgenden Jahrzehnten weiter aus. Vor allen Dingen der Maschinenbau prosperierte hier und Chemnitz konnte Ende des 19. Jahrhunderts von sich behaupten, die reichste Stadt des Deutschen Reiches zu sein. Dieser Aufschwung setze sich zwar in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts nur in abgemilderter Form fort, dennoch war die Region um Chemnitz weiterhin ein Zentrum des Maschinenbaus. Da dieser Wirtschaftszweig auch die Kriegsmaschinerie des Dritten Reiches belieferte, war die Stadt Chemnitz das Ziel einer Reihe anglo-amerikanischer Luftangriffe. Die Industrieanlagen in den äußeren Stadtteilen wurden ebenso fast völlig zerstört wie die innerstädtischen Wohngebiete.
Nach dem Kriege wurden weite Gebiete der Stadt nach den Vorbildern der sozialistischen Architektur wieder aufgebaut. Es wurden schnell Wohnungen benötigt, Zeit und Mittel für eine Rekonstruktion des Stadtbildes waren nicht vorhanden. Das damalige Karl-Marx-Stadt wurde wieder ein wirtschaftliches und technologisches Zentrum der ostdeutschen Industrie. Erst nach der Wiedervereinigung Deutschlands ging man daran, für Chemnitz wieder ein Stadtzentrum mit einem eigenen Gesicht zu schaffen.