Chemnitz

04. Juli 2011

An den Ausläufern des Erzgebirges im Erzgebirgsbecken liegt in nordöstlicher Richtung die Sächsische Stadt Chemnitz. Zu Zeiten der DDR trug sie von 1953 bis 1990 den Namen Karl-Marx-Stadt und war in jenen Jahren auch Hauptstadt und politisches Zentrum des gleichnamigen Bezirkes. Nach der Wende entschieden die Bürger der Stadt, den vormaligen Namen Chemnitz wieder anzunehmen. Nach Leipzig und Dresden ist sie mit knapp einer Viertel Million Einwohner die drittgrößte Stadt des Freistaates Sachsen. Chemnitz ist eine kreisfreie Stadt und die gleichnamige Landesdirektion ist hier ansässig.

Das Erzgebirgsbecken, in dem die Stadt liegt, ist im Süden von den Ausläufern des Erzgebirges umgeben und im Norden vom Mittelsächsischen Bergland. Durch die Stadt verläuft der Fluss Chemnitz (abgeleitet aus dem Slawischen mit der Bedeutung “Steinbach“) der ihr auch seinen Namen gab. Große Parkanlagen und ausgedehnte Grünflächen kennzeichnen die Stadt Chemnitz. Im Stadtgebiet gibt es sogar zwei Naturschutzgebiete und einige Landschaftsschutzgebiete. Chemnitz liegt in einer kühl-gemäßigten klimatischen Zone und weist ein vollhumides Klima auf. Wegen seiner Lage im Stau des Erzgebirges werden im Mittel eines Jahres relativ hohe Niederschlagsmengen gemessen.

Anfang des 19. Jahrhunderts hatte sich Chemnitz bereits zu einem bedeutenden Industriestandort entwickelt und baute diese Stellung in den darauf folgenden Jahrzehnten weiter aus. Vor allen Dingen der Maschinenbau prosperierte hier und Chemnitz konnte Ende des 19. Jahrhunderts von sich behaupten, die reichste Stadt des Deutschen Reiches zu sein. Dieser Aufschwung setze sich zwar in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts nur in abgemilderter Form fort, dennoch war die Region um Chemnitz weiterhin ein Zentrum des Maschinenbaus. Da dieser Wirtschaftszweig auch die Kriegsmaschinerie des Dritten Reiches belieferte, war die Stadt Chemnitz das Ziel einer Reihe anglo-amerikanischer Luftangriffe. Die Industrieanlagen in den äußeren Stadtteilen wurden ebenso fast völlig zerstört wie die innerstädtischen Wohngebiete.

Nach dem Kriege wurden weite Gebiete der Stadt nach den Vorbildern der sozialistischen Architektur wieder aufgebaut. Es wurden schnell Wohnungen benötigt, Zeit und Mittel für eine Rekonstruktion des Stadtbildes waren nicht vorhanden. Das damalige Karl-Marx-Stadt wurde wieder ein wirtschaftliches und technologisches Zentrum der ostdeutschen Industrie. Erst nach der Wiedervereinigung Deutschlands ging man daran, für Chemnitz wieder ein Stadtzentrum mit einem eigenen Gesicht zu schaffen.

Das Bergbaumuseum in Oelsnitz

04. März 2011

Im Erzgebirge gibt es für jeden etwas zu erleben und entdecken, so dass ein Urlaub im Erzgebirge bei jung und alt gleichermaßen beliebt ist. Die einen kommen wegen der wunderschönen Natur, die anderen reizen mehr das kulturelle Angebot und die historischen Schätze der Region. Wer von Burgen und herrlichen Landschaften mal einen Tag eine Auszeit nehmen möchte, der muss bei seinem Urlaub im Erzgebirge aber auch nicht das Hotelzimmer hüten.
Eine ungewöhnliche und sehr spannende Sehenswürdigkeit der Region ist zum Beispiel das Bergbaumuseum in Oelsnitz. Einst, genau genommen weit über hundert Jahre, nämlich zwischen 1844 und 1971, wurde in Oelsnitz, einem kleinen Ort im Erzgebirge, Steinkohle gefördert und das Bergwerk entwickelte sich in dieser Zeit zu einem der bedeutendsten seiner Zeit. Bis in eine Tiefe von 1200 Metern gruben die Bergmänner zu Höchstzeiten, wodurch das Werk im 20. Jahrhundert den tiefsten Schacht in ganz Europa hatte.
Heute stehen die Bergbauarbeiten still und das Bergwerk ist nur noch ein Zeugnis einer vergangenen Ära. Doch wer mag, kann jeder Zeit sehr tief in diese Ära eintauchen und sich ein genaues Bild von der schweren Arbeit unter der Erde machen. Der „Kaiser-Augusta-Schacht“ des ehemaligen Bergwerkes dient heute als Museum und kann besichtigt werden. Bis 400 Meter geht es unter die Erde und so manchem Besucher ist das Bergbau-Feeling sogar ein bisschen zu authentisch. Wer aber weder Platz- noch Angst im Dunkeln hat, der wird von einer Führung durch den alten Schacht begeistert sein und die vielen bereitgestallten Informationen über den Bergbau neugierig aufsaugen.
So erfährt man neben ganz grundsätzlichen und praktischen Dingen aus dem Alltag eines Bergmannes auch viele lustige, spannende oder skurrile Insider, die das Bergwerk viele Jahre nicht verlassen hatten. Ist Ihnen zum Beispiel bewusst, dass in diesem Stollen die Aktivistenbewegung der damals gerade erst gegründeten DDR ins Leben gerufen wurde?
Schauen Sie einfach einmal im Bergbaumuseum in Oelsnitz vorbei. Nicht nur wenn die größte noch betriebsfähige Dampfmaschine in ganz Sachsen in Schwung gerät, werden Sie ordentlich ins Staunen kommen. Besonders für die kleinen Gäste ist dieses Museum eine wirklich empfehlenswerte Alternative zu den ‚normalen‘ kulturellen Einrichtungen des Erzgebirges.